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Die Diagnose Stauchung (Distorsion) der Halswirbelsäule
kann jeden Hund treffen. Oftmals riskieren unsere Hunde Kopf und
Kragen. Beim spielen und toben und auch beim Hundesport.
Dies alles kann schwere Folgen haben. Bei etwa 80% der Verunfallten
Hunde wird eine günstige Prognose gestellt. Meist klingen die
Beschwerden innerhalb einer Woche bis einem Monat fast vollständig
ab. Ca. 20% leiden aber auch nach Monaten noch unter den Beschwerden
eines Schleudertraumas. Bei einigen Patienten kommt es zu langwierigen
Beschwerden, die oft ein Leben lang bestehen und ein unbeschwertes
Hundeleben unmöglich machen. Der Hundebesitzer ist von den
chronischen Beschwerden seines Hundes mit betroffen und leidet ebenfalls
darunter. Steht am Anfang noch die völlige Genesung im Vordergrund,
ist bei langfristiger Erkrankung die Akzeptanz der Defiziete angezeigt.
Mit diesem Risiko müssen wir als Hundehalter leben oder unser
Hund darf nicht "Hund" sein.
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Was ist aber mit dem so häufig
vom Menschen gedankenlos provoziertes Risiko?
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| Nun zumindest dieses
können wir ausschalten und sollten es unserem Hunde zu liebe
auch tun! |
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Aber erstmal ein paar
Fakten zur Halswirbelsäule (HWS):
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Die Halswirbelsäule besteht
bei fast allen Säugetieren wie auch dem Menschen aus sieben
Hals-wirbeln. Bei einer kleinen Maus sind die einzelnen Hals-wirbel
dementsprechend wenige Millimeter lang, während sie bei der
Giraffe über einen Meter lang werden können. Direkt unter
dem Foramen magnum des Schädels liegt der erste Hals-wirbel,
der Atlas. Der Atlas trägt den Schädel und umfasst dabei
den Zahn des zweiten Hals-wirbels, des Drehers Axis.
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Die weiteren Halswirbel haben die übliche
Form eines Wirbels mit Wirbelkörper, dem das Rückenmark
umfassenden Wirbelbogen und den Wirbelgelenken. Genauso wie die
restliche Wirbelsäule befinden sich zwischen den Halswirbeln
Bandscheiben. Die Halswirbelsäule wird "nur" durch
die Hals- und obere Rückenmuskulatur sowie durch mehrere Bänder
gestützt.
Aus dem Rückenmark der Halswirbelsäule
entspringen auf jeder Seite acht Nervenstränge, die Spinalnerven.
Die oberen vier bilden zusammen das Halsnervengeflecht, welches
den Hals und die
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| Halsmuskulatur, aber
auch das Zwerchfell innerviert. Die unteren bilden zusammen mit den
Nerven des ersten Brustwirbelkörpers das "Armnervengeflecht.
Daraus ergibt sich, dass eine eigenständige Atmung bei Verletzung
des Rückenmarks aufHöhe des vierten Wirbelkörpers (oder
höher) nicht mehr möglich ist. Weiterhin ziehen durch die
Halswirbelsäule wichtige Gefäße, die durch die Querfortsätze
der HWS |
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| verlaufen und zusammen
mit den inneren Halsschlagadern die Versorgung des Gehirns mit Blut
sicherstellen. |
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Von welchen provozierten
Risiken wird hier gesprochen?
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Zum einen das Spielen auf ungeeignetem Böden (Äckern und
Wiesen mit Löchern), in denen der Hund mit dem Fuß hängen
bleiben kann. Hier besteht nicht nur die Gefahr einer Fußverletzung,
sondern auch ein Sturz, bei dem der Hund mit dem gesamten Körpergewicht
auf Hals und Kopf fällt.
Das Ball und Stöckchen spielen auf nicht freien Flächen
(Baumbestand, Laternen, Gebäude). Ein Zusammenstoß mit
den ebengenannten Hindernissen käme einem Auffahrunfall gleich.
Ebenso das frontale Anspringen aus vollem Lauf, wie es beim Schutzdienst
noch praktiziert wird. |
Leinenruck am Halsband
und falsche Handhabung eines Halti's, kommen einem Schlag in den Nacken
gleich.
Das herumschleudern oder hochheben des Hundes an einer Hundefrisbeescheibe.
Es verursacht in meinen Augen nicht dem Boahh - effekt beim Zuschauer,
sondern den Autsch -effekt beim Hund. |
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Was passiert in solch
einem Moment in der HWS?
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Davon ausgehend, das der Kopf
und Nackenbereich zusammen beim Hund ca. ein drittel seines Körpergewichtes
ausmacht, bekommt der Hund in diesem Moment einen plötzlichen
Schlag/Stoß mit dem doppeltem Gewicht auf seiner Halswirbelsäule.
Hier sprechen wir von einem Schleudertrauma!
Das HWS -Schleudertrauma beschreibt ein Unfallmechanismus bei dem
es durch stoßartigem Beschleunigen des Rumpfes oder eine brüske
Bremsung zu einer Trägheitsbedingten, gegenläufigen Bewegung
des Kopfes mit einer Verbiegung der HWS kommt. Der Kopf des Opfers
macht die Beschleunigung/ Bremsung nicht sofort mit. Dieses führt
zu knickenden und scherenden Belastungen und damit zu Verletzungen.
In Sekundenbruchteilen werden Kopf und Körper unterschiedlich
Geschwindigkeiten ausgesetzt. |
| Die Folge: durch
die einwirkende Gewalt können knöcherne Strukturen sowie
Weichteile verletzt werden. Bandscheibenschäden, überdehnte
Bänder im Kopf und Halsbereich, Nervenschädigungen, Kapselverletzungen,
Einblutungen, Entzündungen, sind nur ein kleiner Teil der möglichen
Schäden. Das Verletzungsrisiko hängt nicht zwingend von
der Wucht ab,- selbst leichtere Gewalteinwirkungen können schwere
Verletzungen verursachen. |
Das Verletzungsrisiko
hängt nicht zwingend von der Wucht ab,- selbst leichtere Gewalteinwirkungen
können schwere Verletzungen verursachen.
Beschwerden tauchen manchmal erst nach Tagen auf. Mögliche Symptome
sind: Kopf und Nackenschmerzen, Kieferprobleme, Übelkeit, Schlaf
und Konzentrationsprobleme, erhöhte Reizbarkeit und verminderte
Stresstoleranz, Sehstörungen und Schwindel und manchmal auch
Lähmungen. |
| Welche Folgen haben
Schmerzen auf das tägliche Leben? |
| Chronische Schmerzen führen
zu Konzentrationsschwäche und Unlust, was eine mangelnde Lernbereitschaft
mit sich bringt. Appetitlosigkeit und Schlafstörungen bis hin
zur Apathie zeigen deutliche psychische Störungen wie z.B. Aggressivität.
Der körperliche Abbau macht den Hund anfällig für andere
Erkrankungen. Bei Schmerzen wird eine Schonhaltung eingenommen, die
wiederum zu Verspannungen, Muskelhartspann und Blockaden in Gelenken
führt. |